Ich habe mir kürzlich einen neuen Wecker gegönnt. Der alte Wecker hat mich morgens eigentlich mehr aus Zorn aufstehen lassen denn mich sanft zu wecken. Oberste Priorität bei meinem Wecker hat also ein sanfter Weck-Modus. Langsam Lauter werdende Musik, am Besten von meinem Ipod wäre schon was feines.
Meine Wahl fiel schließlich auf den Philips DC315. Eigentlich hatte ich mich zunächst auf die Logitech-Produkte eingeschossen, aber wenn man dort einen gescheiten Wecker haben will, wird man direkt wieder 130€ los, das wär mir für einen Wecker etwas viel. Wenn ich das Ding gleichzeitig als Ipod-Dock-Stereo-Anlagen-Ersatz nutzen würde, wäre das vielleicht okay. So musste ich ein etwas kostengünstigeres Modell suchen und da kam mir der Philips-Wecker entgegen. Er kostet zwar immernoch etwa 80€ aber hat im Gegenzug vier von fünf sternen bei Amazon und massig gute Rezensionen. Und er sieht grandios aus.

Das Bild hat etwas schlechte Qualität, aber ich glaube man kann schon grundsätzlich erkennen wie der Kollege aussieht. Ich wollte kein offizielles Werbebild nehmen, weil da stets ein IPhone im Dock steht, das trifft bei mir ja nun nicht zu. Nach einer Woche geweckt werden kann ich das Ding tatsächlich nur empfehlen. Wenn man vom Ipod geweckt werden möchte, spielt er zum Wecken das zuletzt gespielte Lied und steigert langsam die Lautstärke bis zu einem einstellbaren Level. Mann kann natürlich auch Snoozen, dann fängt er 5 min später nochmal an, kann man aber auch direkt an lassen und mit Gute-Laune-Musik in den Morgen starten.
Ein weiteres Feature, das ich auf die schnelle grade noch hervorheben möchte ist die Displayhelligkeit, die lässt sich nämlich variieren in 3 Stufen. Ich mag es Nachts relativ Dunkel und mein vorheriger Wecker hatte ein übelst helles, blaues Display, welches ich Nachts immer mit einem Karton verdecken musste.
Zuletzt noch ein paar Worte zur Soundqualität: Für seine Größe macht er schon ordentlich Krach und ist für einen Wecker recht Pegelfest. Ein wenig Dumpf ist das Ganze, aber was will ich von einem 15x15cm-Gerät erwarten? Ich freu mich schon aufs nächste Wecken!
Der Ein oder Andere hat es ja vielleicht mitbekommen: Ich habe seit kurzem mal wieder ein neues Smartphone. Das ist weiter nichts besonderes, es packt mich alle 1-2 Jahre mal das Sehen-Hören-Haben-Wollen-Fieber. Das besondere beim diesjährigen Smartphone-Kauf ist, dass ich nun erstmals seit ich Smartphones nutze Windows Mobile untreu geworden bin. Kurz zur Erinnerung: Meine letzten digitalen Helfer waren das HTC Touch Diamond 2, das HTC Touch Cruise und das HTC Touch sowie vor der Smartphone-Geschichte auch schon ein IPaq-PocketPC. Also alles Windows Mobile-Geräte. Meine neueste Anschaffung ist das HTC Desire und läuft mit dem “Google-Betriebssystem” Android. Naja immerhin HTC bin ich treu geblieben. Das Loblied auf HTC singe ich aber ein andern mal.

Nachdem ich die letzten Geräte immer nur am Rande erwähnt habe, versuche ich mich dieses mal tatsächlich an einem kleinen Review für das Desire, schließlich ist es das erste Gerät was mich bislang rundum begeistert, jedoch dazu später mehr. Der Schwerpunkt des Reviews wird denke ich mal auf dem Android-Betriebssystem sowie der darüberliegenden Software von HTC liegen. Here we go.
Facts
Zuerst mal die Fakten zum Telefon: Das hervorstechendste am Desire ist sein immerhin 3,7 Zoll großer AMOLED-Touchscreen (Zum Vergleich: Touch Diamond 2: 3,2”). AMOLED wurde zwar häufig erwähnt, jedoch selten erklärt. AMOLED ist die Abkürzung für active matrix organic light emitting diode und bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass organische Leuchtdioden eingesetzt werden (im Vergleich zur klassischen LED geringere Strom- und Leuchtdichte, kostengünstigere Produktion) und jeder Pixel des Displays aktiv angesprochen wird. Das führt insgesamt zu einem sehr scharfen, kontrastreichen Bild. Für RTL-Zuschauer und BILD-Leser: Display gut. Hinter dem schönen Screen arbeitet ein 1Ghz-Snapdragon-Prozessor, zum Vergleich: mein vorheriges Handy hatte einen 528 Mhz-Prozessor, also schon ein relativ großer Schritt. 576MB Arbeitsspeicher sind für ein Mobiltelefon auch schon relativ viel, Leistungsmäßig ist das Desire absolut auf dem neuesten Stand der Technik. Oder naja… war es vor einigen Wochen… das geht ja relativ schnell momentan. What else? HSDPA, HSUPA, Wi-Fi, GPS, Kamera, SD-Card-Slot, Bluetooth sind ja beinahe selbstverständlich und natürlich auch beim Desire an Bord. Speziell der SD-Karten-Slot hebt das Telefon nochmal ein ganzes Stück vom IPhone ab, dort ist man ja an Apples Größenvorgaben gebunden. Software-mäßig läuft das Gerät wie bereits erwähnt auf Android. Derzeit Version 2.1, in Kürze Version 2.2. Updaten soll auch relativ easy sein, nämlich over-the-air wie man so schön sagt. Größe und Gewicht könnte für den Ein oder Anderen noch interessant sein: Größe: 107.85x53.1x13.7mm und Gewicht: 117.5g
Design & Usability
Das Telefon (wenn man es denn so bezeichnen möchte) hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem Iphone und wurde meines Wissens auch nirgends groß als “Iphone-Killer” beworben. Das ist mal was neues. Es hat allerdings große Ähnlichkeit mit dem Google Nexus und ist meines Wissens auch so gut wie baugleich. Vom Gesamterscheinungsbild ist es relativ flach mit abgerundeten Kanten und natürlich dem großen Bildschirm. Die Farben sind schwarz und ein Bronze-Ton, der in meiner persönlichen Wahrnehmung eher edel wirkt aber auch nichts für jeden ist. Unter dem Screen sind insgesamt 4 Buttons (davon ein Doppelbutton) und ein Tracking-Sensor. Ach ja, der “On”-Button ist oben links und Lautstärkeregler auf der linken Seite. Den Tracking-Sensor benutze ich eigentlich nicht, weswegen ich ihn hier mal nicht weiter erwähne.
Nach dem Start präsentiert sich ein hübscher Unlock-Screen, der nach dem Unlock den Weg auf die Android+Sense-Oberfläche freigibt. Bei Android ist es prinzipiell so, dass man eine vorgegebene Anzahl an leeren Screens hat, zwischen denen man hin und her “flippen” kann und diese mit Programmen oder “Widgets” füllen kann. “Leer” heißt in diesem Fall nur mit Hintegrundbild, welches sogar animiert sein kann ohne übermäßig am Akku zu saugen. Zu Widgets komme ich gleich. Das ganze rumflippen funktioniert überragend Flüssig und auch das Gestalten der Screens und das Tippen auf der eingeblendeten Tastatur ist mit den dicken Fingern problemlos möglich. Generell ist die Bedienung mit Fingern überall auf dem Telefon angenehm. So angenehm, dass ich das erste mal beim Schreiben dieses Artikels über den fehlenden “Stylus”-Stift nachdenke, der bei Windows Mobile Telefonen zur Grundausstattung gehört. Ich habe ihn nicht vermisst. Auch den Screen muss man an dieser Stelle nochmal loben, selten so gerne mit einem Touchscreen gearbeitet, das liegt vermutlich daran, dass ich das erste mal mit einem kapazitiven Touchscreen arbeite. Zur Erinnerung: Frühere Windows Mobile Geräte brachten ja die Nutzer mit sog. resistive Touchscreens zur Weißglut, während das Iphone mit einem sog. kapazitiven Touchscreen zu überzeugen wusste. Resistive Touchscreens reagieren generell auf Druck, weswegen ein leichtes mit-dem-Finger-rüber-streichen oft nicht genügt. Kapazitive Touchscreens erzeugen hingegen ein elektrisches Feld welches durch den Finger unterbrochen wird. Das erste Windows Mobile Handy mit kapazitivem Display war das Touch HD 2, momentanes Windows Mobile Flagship. Das Desire hat, wie gesagt, ein grandios reagierendes, kapazitives Display, welches auch Multitouch unterstützt.
Apps & Widgets
Apps sind ja derzeit in aller Munde. Ob auf dem Iphone, dem Ipad, der Xbox, der Wii, im heimischen Mediacenter, auf Facebook oder sonstwo sind Apps derzeit absolut im Trend. Auf Windows Mobile Telefonen wurden sie inzwischen zwar auch etabliert, jedoch hält sich die App-Vielfalt dort noch in Grenzen. Das heißt nicht, dass es wenig Programme für WM-Geräte gibt, Windows Mobile ist jedoch in einer Welt entstanden, als Apps noch anders veröffentlicht wurden. Es existieren viele viele Apps im Internet versteckt, jedoch nicht im Windows Marketplace. Apps von bekannten Firmen und Marken sucht man dort ebenfalls vergebens, das war damals noch nicht im Trend und als es im Trend war, war Windows Mobile nicht mehr im Trend. Für Android gibt es Apps seit der Geburtsstunde des Betriebssystems im Android Market. Die Anzahl der Apps steigt auch eher exponentiell als linear, auch wenn viel Schund dabei ist. Anders als bei Apple, werden bei Android die Apps nicht geprüft und blockiert, was durch viele Nutzerbewertungen aber auch nicht weiter schlimm ist. Gut bewertete Apps werden bei einer Suche zuerst angezeigt. Ich bin happy mit den Apps die es gibt. Mir fiele jetzt spontan keine App fürs Iphone ein, die es fürs Android nicht gibt, die ich im Alltag bräuchte. Spiele gibt es sicherlich noch mehr für das Iphone derzeit. Für o2, fürs Callabike, für Bahnverbindungen, fürs Joggen, für die Post, für die Navigation, für LastFM, für Notizen oder für Twitter und Facebook gibt es massenhaft gute Apps. Ich habe mir überlegt, auch hin und wieder mal Apps hier im Blog vorzustellen von denen ich absolut begeistert bin… *räusper* wenn ich die Zeit dafür finde.
Neben Apps gibt es auf Android-Geräten auch etwas, was es auf dem Iphone nicht gibt. Auch das soll es geben. Widgets nämlich. Ein Widget ist eine Mini-App, die man bereits auf einem der verfügbaren Android-Screens platzieren kann. Also zum Beispiel Kalender, Emails, SMS, Twitter-Timeline, Facebook-Statusupdates, Favorite-Contacts, Uhrzeit, Wetter und vieles mehr. Diese kann ich mir dann direkt in mein Blickfeld packen. Grade für SMS- und Email-Nachrichten ein Luxus auf den ich auch nicht mehr verzichten möchte. Wer möchte schon bei jeder Mail extra die Mail-Applikation aufrufen? Not me! Eine Art Widget gabs auch bei Windows Mobile schon wenn wir uns entsinnen, allerdings gehörten die dort zum HTC-UI-Aufsatz und waren dort fest eingebaut und nicht austauschbar. Der Ansatz war schon super, wenn ich mir das ganze flexibel zusammenstellen kann ist es aber noch etwas individueller.
Service Integration
Ich habe mir gedacht ich bewerte auch mal die integrierten Dienste des Gerätes, da diese doch eigentlich das A und O einer User Experience “aus einem Guss” sind und zudem bei Android-Telefonen oft in Frage gestellt wurden. Zunächst mal das für mich wichtigste: Die Nutzung eines Exchange-Servers war sowas von unkompliziert, dass sich da selbst Windows Mobile Telefone noch eine Scheibe von abschneiden können. Ich habe allerdings gelesen, dass dies auch eine entsprechende Option im Exchange Server verhindern kann. War bei mir nicht der Fall, bei einem Business Server wäre das eher problematisch. Ansonsten einfach Daten eingeben und los gehts. Es werden Emailordner und Kalendereinträge synchronisiert, todos und notizen leider nicht, Kategorien von Mails und Kalendereinträgen ebensowenig. Das ist in der Tat ein Nachteil, ich hoffe da auf Besserung. Man könnte theoretisch auch eine externe Anwendung installieren, die es besser macht, dann wäre aber die app gut und nicht die Exchange-Integration. Mails und Kalender also. Ausreichend und unkompliziert.
Dass Google perfekt eingebunden ist wundert denke ich auch nicht weiter und ist auch ansich eine gute Sache. Ich habe aber inzwischen viele Meinungen gehört, dass so ein Android-Gerät ohne Google-Account nicht wirklich nutzbar ist und nur mit Google-Diensten wirklich gut harmoniert. Das würde ich jetzt an dieser Stelle einfach mal als Unwahrheit bezeichnen. Ich besitze zwar einen Google-Account, habe den aber erst relativ spät als Account in Android angelegt. Bis dahin konnte ich alle Funktionen des Gerätes nutzen, auch Google Maps. Dass ich ohne Google-Account GoogleMail oder GoogleCalendar nicht nutzen kann dürfte jetzt auch nicht weiter überraschen. Welche Daten von den Google-Apps übertragen werden wäre nochmal ein spannender Punkt, da bin ich ehrlichgesagt nicht tief genug im Thema. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass GoogleMaps auf Android mehr Daten an Google schickt als GoogleMaps auf dem Iphone. Wer hier genaueres weiß, darf mich gerne aufklären.
Auf dem eigentlichen Android liegt noch die “Sense”-Oberfläche von HTC, die einige schicke Funktionen und Animationen mitbringt. Integriert in die Sense-Oberfläche von HTC sind auch Facebook und Flickr, die man mit entsprechenden Kontakten verknüpfen kann und somit jeweils die aktuellsten Entwicklungen Kontaktzentriert direkt auf dem Telefon hat. Sehr praktisch wie ich finde.
Konnektivität und Sprachqualität
Telefonieren kann man mit dem Ding übrigens auch und um das tun zu können und den ganzen digital-native-kram auch gescheit nutzen zu können, braucht man auch die entsprechende Verbindung. Wir gehen mal nicht auf die derzeitigen IPhone-Probleme und den “Todesgriff” ein, solche Probleme habe ich beim Desire nämlich bislang noch nicht festgestellt. Bei meinem Touch Diamond 2 hatte ich aber oftmals den Eindruck, dass die Signal-Anzeige des Telefons sich manchnmal nicht schnell genug aktualisieren konnte, wenn ich z.B. in der Bahn, im Auto oder auch im Bus unterwegs war. Somit zeigte das Ding dauerhaft 5 Balken an, telefonieren konnte ich aber dennoch nicht. Generell war die Telefonqualität nicht überragend, aber das erwarte ich von einem Mobiltelefon auch derzeit noch nicht wirklich. Wenn sie verständlich und ohne Verbindungsabbrüche bleibt, bin ich schon zufrieden. Und beim Desire bin ich zufrieden. Auf die Balken ist Verlass, die Telefonqualität ist okay und Verbindungsabbrüche hatte ich bislang relativ selten. Bei “Engadged” gab es übrigens ein Review des Desire wo die Telefonqualität mit der des Google Nexus verglichen wurde und klar gewann. Ein separates Mikro am Telefon, welches dazu dient, die Hintergrundgeräusche aufzunehmen, damit diese anschließend gefiltert werden können (wie beim IPhone), gibt es beim Desire nicht. Richtig schlecht ist aber leider der Lautsprecher des Telefons. Ich höre normalerweise keine Musik über Lautsprecher mit dem Handy, das macht nur die Checker-Jugend, aber selbst mein Klingelton (derzeit Star Wars) hört sich ein wenig schäbig an. Schade. Ein Feature zum Thema Konnektivität möchte ich noch erwähnen, weil es so herrlich einfach ist: Tethering. Als Tethering bezeichnet man, das online gehen mit dem Notebook oder Netbook über das Telefon. Bei Android ist das nochmal ein ganzes Stück einfacher als bei Windows Mobile, wie das beim IPhone ist weiß ich garnicht. Nach dem einstöpseln an den USB-Port fragt er mich was ich mit dem Telefon machen möchte: Laden, Festplatte freigeben, mit “HTC Sync” synchronisieren oder eben Internetfreigabe. Letzteres wählen und fertig. Einziger Nachteil: Per Bluetooth geht das ganze nicht, ich brauche also ein Micro-USB-Kabel.
Android vs. Windows Mobile
Mein Fazit ist natürlich hauptsächlich der Vergleich mit Windows Mobile, da ich hier 90% meiner Erfahrungen gesammelt habe. Einen Vergleich mit dem IPhone kann ich mangels Erfahrungen leider nicht ausreichend qualifiziert ziehen, weswegen ich das mit Ausnahme der im Text gemachten Andeutungen auch mal sein lasse. Für mich war der Umstieg von Windows Mobile nach Android schon ein großer Schritt. Immerhin hatte ich, wie bereits erwähnt, vorher 3 Windows Mobile Geräte und war garnicht mal so unzufrieden. Bis zuletzt. Denn erst zuletzt fing ich an Twitter, Facebook und mobiles Internet stärker zu nutzen. Man möchte Fotos machen und diese sofort veröffentlichen, ständig Updates aus Twitter lesen und nebenbei auch noch Bahnverbindungen checken oder Sportnews lesen. Ich habe ja schon immer meine Smartphones intensiv genutzt, aber nie so intensiv wie derzeit. Das liegt vielleicht an der generellen Entwicklung in die Richtung, der ich natürlich hoffnungslos verfallen bin, das liegt vielleicht aber auch daran, dass Telefone erst jetzt leistungsfähig und komfortabel genug sind, um die Leute dazu zu motivieren das alles mit dem Handy zu tun. Bei meinem Touch Diamond 2 war es an vielen Stellen die Umständlichkeit der Benutzerführung, die Frickeligkeit der Menüs oder auch einfach die langsame CPU die mich von der völligen Eskalation abgehalten haben. Diese Hürden habe ich beim Desire nicht. Alles ist auf eine derartige Nutzung ausgelegt und alles greift reibungslos ineinander. Ich bin begeistert von Android und habe den Kauf noch nicht eine Sekunde bereut. Fürs nächste Handy habe ich derzeit nur drei Wünsche: Eine Frontkamera, Tethering über Bluetooth und bessere Speaker.
Als Abschluss der Berichterstattung über den Schwedenurlaub reiche ich einfach nochmal ein paar Facts nach, die aus den Tagebucheinträgen nicht so in Erfahrung zu bringen sind, für den Ein oder Anderen aber vielleicht interessant sind.
Gefahren sind wir mit der Firma Scandtrack. Dort werden im Sommer Kanu-, Fahrrad- und Rucksacktouren durch Schweden angeboten. Man hat grundsätzlich die Wahl zwischen drei Regionen: Nordmarken, Glaskogen und Stora Bör. Wir hatten uns für Nordmarken entschieden, da dort die meisten Routenkombinationen möglich waren. Es ist auch das Gebiet mit der größten Wasserfläche glaube ich.

Man kann prinzipiell 1, 2 oder 3 Wochen sich in Schweden austoben und man kann auch die Leistungen von Scandtrack kombinieren. Also z.B. eine Woche Kanufahren, eine Woche mit dem Fahrrad fahren und zuletzt noch eine Woche tracking. Wers denn möchte. Wir hatten lediglich eine Woche geplant, das sind dann im Endeffekt 9 Tage mit Hin. und Rückfahrt. Man kann Kanutouren sowohl auf eigene Faust als auch geführt buchen. Wir hatten uns für eine Tour auf eigene Faust entschieden und sind damit auch recht gut gefahren. Wir hatten nirgends riesige Probleme die wir nur mit Führer hätten lösen können. Wenn man aber einen Reiseleiter hat, hat man natürlich erster Hand Infos über die sehenswertesten Strecken oder die gemütlichsten Rastplätze.
Die gesamte Verpflegung für die Woche ist bereits inklusive ebenso wie sehr viel Ausrüstung. Nicht nur das Kanu, das Zelt oder ein Tarp waren dabei, sondern auch ein Spirituskocher, Töpfe, Pfannen, eine Säge, eine Axt, ein Spaten, Klopapier, Alufolie und einiges mehr was mir nur grade nicht einfällt. Man ist quasi so gut ausgerüstet, dass man kaum etwas an Outdoor-Ausrüstung von zuhause mitbringen muss. Außer natürlich Outdoorseife, auf die man regelmäßig hingewiesen wird.
Die Anreise kann man entweder selbst organisieren, dann startet die Tour erst im Scandtrack Basiscamp, oder aber man bucht den Bustransfer direkt dabei. Die Scandtrack-Busse fahren von vielen Städten in Norddeutschland nach Schweden, wer südlicher als Frankfurt wohnt hat es allerdings nicht so praktisch. Wir sind von Hannover gefahren, weil wir nicht mehr so viele zwischenstopps haben wollten und je nördlicher man zusteigt, desto günstiger wird das ganze. Die Busfahrt hat dann irgendwas um die 40€ gekostet. Wir haben später auch erfahren, dass alleine die Fährüberfahrten mit dem PKW etwa 100€ kosten. Insofern ist das glaube ich schon ein guter Deal.
Als kleiner Tipp noch zuletzt: Nehmt ordentliche Trecking-Kleidung mit. Wir haben uns extra vorher Treckinghosen gekauft, die zahlen sich echt aus. Sind super bequem und trocknen sehr schnell wieder, wenn sie mal nass werden sollte (was man ja nie ausschließen kann).
Ach ja, ein bisschen Werbung noch: Scandtrack vertreibt in den Wintermonaten Hundeschlittenreisen. Da hätte ich auch mal Lust drauf.
An den letzten beiden Tagen hatten wir leider kein Tagebuch geführt, weswegen ich das mal versuche zu rekonstruieren.
- Letztes Lagerfeuer-Frühstück
- Sowohl das Vollkornbrot als auch den Tee werden wir nicht vermissen
- Gemächliches Zusammenpacken des Equipments
- Marcus reinigt das Geschirr mit Hingabe und halb im Wasser
- Unter unserem Zelt versteckte sich ein dicker Frosch
- Reinigen die Mücken-Blut-Flecken am Zelt – Ekelig!
- Nachdem eine Frischfleisch-Reisegruppe unseren Lagerplatz besetzen möchte, brechen wir überhastet auf
- Kämpfen uns zurück zum Basiscamp
- Wellen von Schwedischen Wasserski-fahrern machen das Vorankommen auf den letzten Metern schwierig
- Legen an, entladen und reinigen das Kanu.
- Schleppen sämtliche Kisten, Kästen, Tonnen, Taschen und Säcke zum Ausrüstungszelt
- Verfolgen mit Wohlwollen das WM-Spiel Deutschland-Argentinien
- Aufbauen und Abnahme des Zeltes, Rückgabe des Equipments
- Wir gehen duschen (herrlich!) und gönnen uns im Anschluss eine Cola (Marcus) und ein Bier (Husch)
- Buszuteilungs-Aushang verspricht viel Platz, nur 23 Personen im Bus nach Hannover
- Genießen als letzte schwedische Mahlzeit Köttbullar mit Kartoffeln und Preiselbeeren
- Fühlen uns wie bei IKEA
- Lernen beim Essen bereits unseren Busfahrer kennen
- Marcus wird kurz vorm Einsteigen in den Bus von einer echt fiesen Mücke gestochen und sorgt mit einem Minutenlangen Niesanfall kurz vorm Einsteigen nochmal für gute Laune
- Abfahrt früher als erwartet
- Jeder hat im Bus mindestens 2 Plätze um sich auszubreiten
- Busfahrer Klaus und Jochen deutlich souveräner als die beiden von der Hinfahrt
- Mit Musikvideos, Spielfilmen und vielen netten Unterhaltungen vergeht die Rückfahrt deutlich schneller als die Hinfahrt
- Fast 2 Stunden früher als geplant in Hannover
- Frühstück bei BurgerKING… was haben wir das vermisst
- Wir realisieren erst jetzt, dass der Kescher fehlt. Mist! Egal!
- In Hannover erleben wir noch massig Blasmusik, hach was haben wir das vermisst…
- Das war er, der Schwedenurlaub 2010 – Geil war’s!








Der Urlaub neigt sich langsam dem Ende. Wir genießen die letzten Stunden Freiheit ausführlich.
- Letzter Kompletter Tag
- Haben Mückenangriffen in der Nacht standgehalten
- Ausführliches Frühstück und anschließend vorletztes Zusammenpacken
- Aufbruch zum Vortags-Lagerplatz
- Die See ist ruhig
- Lagerplatz leider belegt
- Aufgrund diverser Boote, die wir gesichtet haben, gehen wir davon aus, dass ein Kampf um die Lagerstellen in Basiscamp-nähe entbrannt ist
- Finden relativ schnell einen unbesetzten Lagerplatz
- Gehen baden, Husch lässt das Kanu absichtlich kentern, die Sau!
- Teilen Lagerplatz mit vier weiteren Deutschen
- Reste zum Abendbrot (Risotto mit Zwiebeln, Würstchen, Kidney-Bohnen und Champignons, dazu Knödel)
- Die Vorräte werden knapp
- Wir sind übelst satt und chillen erneut in der Sonne
- Trinken unsere letzte von 24 Becks aus der Heimat
- Essensreste werden verbuddelt, der Abwasch auf den Folgetag verschoben, da morgen eh Groß-Reine-Tag
- Uns graut es vor der Bus-Rückfahrt
- Top10 aller Dinge, die wir zuhause vermissen werden
- In den Tag hinein leben
- Baden zu jeder Zeit
- Frische Luft
- Lagerfeuer
- Sonnenbaden
- Fischen
- Outdoor-Romantik
- Landschaft
- Das Kütteltier
- Die Ruhe
- Mit der anderen Reisegruppe das Lagerfeuer geteilt und gequatscht
- Jim Beam und Veterano leer.
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Im dritten Teil meiner kleinen “Mediacenter Madness”-Reihe schaue ich mir heute mal die nächste Mediacenter-Lösung an. Ich habe beschlossen, insgesamt noch zwei Lösungen vorzustellen und mache dieses mal den Anfang mit dem “XBMC”. "XBMC ist natürlich eine Abkürzung und steht für “XBox Media Center”.

Bilder
Die Verwaltung von Bildern funktioniert im XBMC auf Basis der Order in dem die Bilder liegen. Mit Tags oder gar Geotags kann das XBMC nichts anfangen. Für die einzelnen Ordner werden jeweils 4 Bilder als Vorschau angezeigt.
Ich kann in einem Ordner die Bilder einzeln betrachten oder den gesamten Ordner als Slideshow anzeigen lassen. Außerdem kann nich nach Bezeichnung, Dateigröße und Aufnahmedatum sortieren. Wie im Windows Mediacenter geschieht auch dies mit musikalischer Untermalung, wenn ich zuvor einen Song starte. Insgesamt muss man von einer state-of-the-art Bilderverwaltung jedoch wieder mehr verlangen. Das Einbinden von Online-Diensten, die Bewertung von Fotos oder eben die bereits angesprochene Verwendung von Tags wären da zu nennen. Einige Funktionen könne über Add-ons nachgerüstet werden, dazu aber später mehr. Über die etwas plumpe Bedienung lasse ich mich mal später aus. Was in der Bildverwaltung im Gegensatz zum Mediacenter möglich ist, ist das Wählen von verschiedenen Ansichten, so könnte ich Bilder auch einfach in einer Listenansicht darstellen.
Musik
Die Musikverwaltung sortiert die importierte Musik erwartungsgemäß entsprechend der in den id3-Tags hinterlegten Alben. Die Albencover werden nebeneinander dargestellt und fungieren als Order. Hinter dem entsprechenden Cover verbergen sich die dazugehören Songs. Die Albencover werden größtenteils erkannt. Die Alben kann ich wiederum nach Bezeichnung, Dateigröße und Datum sortieren.
Das Verwalten von Playlists oder das spontane zusammenstellen einer Queue wird soweit ich gesehen habe nicht unterstützt, was meiner Meinung nach eine Grundfunktion bei der Musikverwaltung darstellt. Auch die Bewertungsfunktionen oder die Möglichkeit ein Album direkt zu brennen wie im Windows Mediacenter sucht man vergebens. Also wirklich nur die absoluten Grundfunktionen für Musik. Ebenso wie bei Bildern habe ich allerdings auch die Möglichkeit, mir die Musik in unterschiedlichen Sichten anzuzeigen.
Filme
Die Movieverwaltung ist eine der Stärken des XBMC. Es erkennt Film-Dateien wie auch eingelegte DVDs automatisch anhand der Verzeichnis- oder DVD-Bezeichnung und lädt im Hintergrund entsprechende Informationen aus diversen Film-Datenbanken aus dem Internet (darunter imdb.com). Wird ein Film mal nicht erkannt, kann dieser auch manuell einem Film aus den Datenbanken des Internets zugewiesen werden. Die Informationen zu den Filmen kann man ebenso wie das zugehörige Film-Plakat in diversen Ansichten betrachten und sich über den Film informieren – zum Beispiel über die Laufzeit - bevor man ihn schauen möchte.
Im Hintergrund des Menüs wird jeweils ein “Movie-Art” zum jeweils gewählten und hervorgehobenen Film angezeigt, was die Auswahl des Abendlichen Kinovergnügens schon sehr atmosphärisch macht. Auch technische Infos bekomme ich zum Film, wie z.B. dessen Auflösung oder ob der Sound in Dolby 5.1 zur Verfügung steht. Very Important! Man hat darüberhinaus die Möglichkeit die Filme nach verschiedenen Merkmalen zu kategorisieren, dafür verlässt man jedoch die schicke “Library”-Ansicht und klickt sich durch Listen um den Film nach Genre, Darsteller oder Jahr auszuwählen. Besser als nichts. Prinzipiell bietet die Movie-Verwaltung jedenfalls eine ganze Menge mehr als im Windows Meida Center.
Serien
Na endlich! Eine Mediacenter-Software mit Serienverwaltung. Darauf habe ich ja nur gewartet. Ich bin ja schon seit längerem ein kleiner Serien-Junkie, so dass sich auch bei mir die ein oder andere Staffel angesammelt hat. Das XBMC erkennt Folgen von Serien, die im Dateiformat vorliegen und lädt wie bei den Filmen alles nützliche zu der jeweiligen Folge, der zugehörigen Staffel und der passenden Serie von diversen TV-Show-Datenbanken herunter. Das XBMC zeigt in der Serienansicht zunächst mal eine Liste aller Serien sowie ein Bild des Cast und eine kurze Beschreibung für die jeweils gewählte Serie, wähle ich eine entsprechende Serie aus, habe ich anschließend noch die Wahl zwischen den einzelnen Staffeln, die natürlich auch jeweils mit dem Cover der jeweiligen Season-DVD angezeigt werden.
Erst nach der Wahl der Staffel sehe ich die einzelnen Folgen und hier dann auch ein Preview-Picture aus der Folge. Informationen zur Staffel bekomme ich allerdings erst durch eine Funktion im Kontextmenü. Auch die Serienverwaltung bietet diverse Sichten auf die Serien, die sich aber alle nicht viel nehmen. Die Serienverwaltung bietet aber locker mal 100% mehr als das Windows Media Center und ist meiner Meinung nach neben der Filmverwaltung das Herz des XBox Media Centers. (By the way: Die Regeln, wonach eine Serie als solche erkannt wird, sind gut dokumentiert und können auch angepasst werden. Üblich sind Regeln wie beispielsweise “S01E01” oder “101” oder “1x01” oder sogar “1xPilot” für die erste Folge der ersten Staffel.)
Fernsehen & Recording
Von einer der größten Stärken des XBMC kommen wir direkt zur vielleicht größten Schwäche: Eine Fernsehfunktion und dann natürlich auch Aufnahmefunktionalitäten sucht man im XBox Media Center vergebens. Das Programm ist ausschließlich auf die Wiedergabe von Medien spezialisiert, die auf Speichermedien vorliegen. Da ich persönlich derzeit keine Fernsehkarte im Betrieb habe, macht mir das relativ wenig aus, sucht man aber eine ganzheitliche HTPC-Lösung ist eine Fernseh-Funktion eigentlich unverzichtbar, sonst holt man sich direkt weitere Set-Top-Boxen ins Haus und sei es nur ein HD-Receiver oder ein Festplattenrecorder.
Web Radio
Web Radios werden wie auch schon beim Windows Media Center nicht nativ unterstützt. Ebenso wie beim WMC gibt es auch beim XBMC diverse Add-ons mit denen sich einige Funktionalitäten nachrüsten lassen, wie beispielsweise auch lastfm. Diese lasse ich jedoch bei der Bewertung mal außen vor. Mal ganz abgesehen davon, dass die Installation sehr frickelig ist. Somit also eine weitere Nullrunde für das XBMC.
Usability
Das XBMC ist bemüht hübsch zu sein. Es ist bemüht eine konsistente und intuitive Navigation auf den TFT zu zaubern aber so ganz möchte das an einigen ecken noch nicht gelingen. Die etwas unspektakuläre Grafik oder die vielen schnöden Listen-Menüs sind definitiv nicht Champions-League-Niveau und können also mit dem Windows Media Center nicht mithalten. Wir meckern aber auf hohem Niveau, insgesamt ist das XBMC hübsch anzusehen und alles ist hochauflösend und auf den TFT angepasst. Wem das alles nicht so gefällt, der hat hier dann auch die Möglichkeit sein eigenes Theme zu entwerfen, was wir beim WMC ja noch vermisst haben.
Es sind auch einige Themes verfügbar, vom Hocker gerissen hat mich allerdings noch keines. Ein Grund für die grafische eingeschränktheit könnte die Plattformunabhängigkeit sein, die ich in diesem Test einfach mal positiv bewerte, auch wenn ich nur nach einer Windows-Lösung suche. Das XBMC kann auf Windows, Linux, dem Mac, dem Apple-TV oder sogar auf der XBox (daher der Name) verwendet werden. Das Programm ist schon seit 2002 in der Entwicklung und dafür könnte man an einigen Stellen etwas mehr erwarten. Wie bereits erwähnt ist z.B. die Add-On-Verwaltung sehr frickelig. Add-ons (oder auch Themes) werden direkt aus einem SVN-Repository heruntergeladen.
Quellenverwaltung und Bibliotheken
Aufgrund der Plattformunabhängigkeit ist die Quellenverwaltung beim XBMC von Windows entkoppelt. Es können Quellen für Musik, Bilder, Movies und TV-Shows hinterlegt werden. Zu jedem Typ auch mehrere Verzeichnisse oder Netzwerkfreigaben. Ich muss bei Filmen und Musik jedoch die Datenbank angeben, in der die entsprechenden Hintergrundinformationen gesucht werden sollen, wieder für den einfachen Nutzer etwas frickelig, aber für den Pro natürlich super.
Formate
Das XBMC unterstützt allerlei Film- und Audioformate von Haus aus und nutzt dabei nicht die unter Windows installierten Codecs. Die gängigsten Formate sind eh dabei und auch neuere Container wie mkv werden unterstützt. Wenn jemand mal ein Format findet, dass nicht unterstützt wird, kann er sich gerne melden, denn das ist der einzige Fall in dem das XBMC, anders als das WMC, ernsthaft in die Klemme geraten würde. Dafür gibt es hier die 64-Bit problematik nicht, das XBMC ist ein 32-Bit-Programm.
Punktwertung
| Bilder |
   |
| Musik |
   |
| Filme |
     |
| Serien |
     |
| Fernsehen & Recording |
|
| Web Radio |
|
| Usability |
   |
| Quellenverwaltung & Bibliotheken |
    |
| Formate |
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Fazit
Auch das XBox Mediacenter wartet mit zwei Nullrunden auf. Kein Fernsehen, kein Webradio. Dafür hat es seine Stärken klar in der Serien- und Filmverwaltung wo es aufgrund seiner Unkompliziertheit und Flexibilität punktet. Grade in diesen beiden Kategorien zeigt es genau das, was man auf dem Wohnzimmer-TFT sehen will: Bilder, Grafiken und schick aufbereitete Infos statt schnödem Text. Enttäuschend zeigen sich dagegen die Bilder- und Musikverwaltung die wirklich nur das nötigste bieten. Wem die Grundfunktionen reichen, der ist gut bedient. Auch bei der Usability muss sich das XBMC dem Windows Media Center geschlagen geben, es wirkt an vielen Stellen einfach noch zu unrund für die absolute Home-Entertainment-Experience. Die von Windows-Bibliotheken entkoppelte Quellenverwaltung ist gut gelöst und auch die unterstützten Formate lassen zunächst keine Wünsche offen. Meiner Meinung nach eine solide Vorstellung und der ideale Partner für Film- und Seriensammler ohne TV-Karte.
So, dann mache ich mal weiter mit der Mediacenter Madness. Als ersten Kandidaten für Mediacenter-Software stelle ich heute mal das Windows 7 Media Center vor. Das ist ja eigentlich auch stets das erste woran man beim Begriff “Media Center” denkt. Die Vorversionen haben zwar Pionierarbeit im Mediacenter-Segment geleistet, werden hier aber zunächst mal außer acht gelassen. Wir hangeln uns mal entlang der Kategorien aus dem ersten Blogeintrag.
Bilder
Die Bildverwaltung im Windows Media Center ist soweit relativ erwartungskonform. Sie zeigt die Bilder aus der Windows-eigenen Picture-Library sortiert nach Verzeichnissen, Datum, Tags oder Bewertung an.
Man kann Bilder zu einer Slideshow zusammenfassen und sie zwar nicht taggen oder bewerten dafür aber direkt drucken oder rotieren. Läuft eine Slideshow wird jedes Bild mit stylishen Zoom Effekten in Szene gesetzt. Es kann nebenbei Musik abgespielt werden, Titel und Interpret werden dann vor dem gezoomten Bild eingeblendet. Perfekt für Partybilder und “Summer of 69” oder die Slideshow des letzten Australien-Urlaubs, die man mit “Land Down Under” unterlegen möchte. Online-Dienste wie Picasa, Flickr oder meinetwegen auch die Windows-Live-Gallery werden nicht eingebunden.
Musik
Die Musiksammlung funktioniert ebenso wie die Music-Library im Windows Media Player. Musik in Dateiordnern wird entsprechend der id3-tags erkannt und sortiert. Wenn man alle seine Musik entsprechend gut gepflegt hat (so wie ich) klappt das alles wunderbar. Alben werden in dem Media Center typischen horizontalen Strip aneinandergereiht und da zu nahezu jedem Album das passende Album Cover gefunden wird sieht das natürlich auch entsprechend top aus.
Ich kann nach Artist/Interpret, Genre, einzelnen Songs, Playlists, Composers, Erscheinungsjahr oder Album-Interpret (bei Compilations) sortieren. Die gängigste Ansicht wird aber die Sortierung nach Alben sein. Zu jedem Album kann ich dann die entsprechende Tracklist aufrufen. Ich kann hier dann entweder das “Album hören” oder alle Tracks des Albums der aktuellen Playlist hinzufügen. Ich kann aber ebenso einzelne lieder hören oder der Playlist hinzufügen. Zusätzlich kann ich jedes Album auch durch einen Klick auf CD/DVD brennen. Was will man mehr?
Filme
Die Movie Library fehlte dem Windows Media Center in den Vorversionen. Da wurden Filme ebenso behandelt wie Serien und ebenso wie heruntergeladene Webclips oder Heimvideos. Mit entsprechend hoher Erwartungshaltung habe ich mir natürlich die movie library auch angeschaut. De facto ist das aber nichts anderes als eine separate library. Nach dem Hinzufügen der auf der Festplatte gesicherten Filme (ich hasse ja bekanntlich Datenträgerwechsel) zeigt sich folgendes Bild.
Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll zu erzählen was mir so alles fehlt. Naja, fangen wir an mit der Sortierung. Ich kann nach Titel, Genre, Jahr, Alterfreigabe (?), Typ und Datum sortieren. Ich kann z.B. nicht nach Schauspieler sortieren. Auch die Genre-Suche bringt mir erstmal nicht soooo viel, denn keiner meiner Filme wurde erkannt und mit Metainformationen gefüttert. Das mag an meinem ganz eigenen Benennungsschema liegen oder an der Sturköpfigkeit des Media Centers. Ich habe auch nach kurzer Recherche bei Google keine Dokumentation gefunden, wie meine Filme denn bezeichnet sein müssen, um erkannt zu werden. Ohne Metadaten-Editor ist das ganze also ziemlich nutzlos und das ist schade. Ich weiß natürlich auch schon ein wenig mehr als ich schreibe… andere Lösungen sind da deutlich unkomplizierter. Dazu wann anders mehr. Man muss der Movie Library allerdings zugute halten, dass sie THEORETISCH das volle Movie-Programm unterstützt. Alle Filme sollten im Idealfall mit Filmplakat angezeigt werden, die Metadaten wie Titel, Jahr, Darsteller, Genre, FSK-Alter, etc. würden automatisch ergänzt.
Serien
Erstes dickes Minus beim Windows Media Center. Serien werden eigentlich nicht unterstützt. Einzige Ausnahme: Ich habe sie mit dem Media Center zuvor aufgezeichnet. Ich kann Serien natürlich über die “Video”-Library verwalten, diese ist in meinen Augen allerdings eher für eigene Camcorder-Filmchen optimiert. Eine Unterstützung von Serien-Covern, Episodenbezeichnungen oder –beschreibungen sucht man dann entsprechend auch vergeblich. Da dieses Feature schon seit 2 Versionen des Mediacenters in den einschlägigen Foren gefordert wird eigentlich ein bisschen arm für Microsoft, wo sie doch echt viele der Kundenwünsche in die aktuelle Version des Mediacenters haben einfließen lassen. Es gibt natürlich diverse Plugins für das Media Center, darunter auch diverse Plugins, die Serienverwaltung unterstützen (z.B. Mediabrowser"). Diese kann ich hier schlecht bewerten, da ich sie nicht getestet habe. Von den Screenshots her sehen sie aber stets wie “Fremdkörper” im Media Center aus, was mich bezüglich des Gesamteindrucks der Lösung stören würde.
Das auf dem Screenshot zu bewundernde “Mediabrowser” unterscheidet sich direkt auf den ersten Blick vom restlichen Mediacenter und bietet alternativ zu den Funktionen des eigentlichen Mediacenters einige Funktionen “doppelt”.
Fernsehen & Recording
Auf das größte Minus folgt das größte Plus des Windows Media Centers. Die Fernseh- und Aufnahmefunktionalitäten des WMC sind konkurrenzlos auf dem Markt. Die durch die Telekom bekannt gewordene Pause-Funktion bei laufendem Fernsehprogramm ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Ich kann einzelne Sendungen zum Aufnehmen auswählen oder sogar ganze “Serien”. Alle aufgenommenen Sendungen landen im Ordner “Recorded TV”. Ich gestehe, diese Funktion mangels TV-Karte noch nicht benutzt zu haben. Somit hab ich das noch nicht bis ins letzte Detail begriffen. Ich frage mich beispielsweise was mit den aufgenommenen Sendungen passiert. Der “Recorded TV”-Ordner stößt ja irgendwann an seine Grenzen. Dann möchte ich doch bestimmt meine Sendungen zu “Movies” oder “Serien” hinzufügen oder so. Dazu konnte ich in der verfügbaren Doku leider nichts finden. Ganz unabhängig davon wie dieses Problem gelöst wurde, ist die TV- und Recording-Funktion des Media Centers grandios und grandios einfach.
Web Radio
Eingebaut gibt es keine Unterstützung für Webradios. Wie bei Serien gibt es hier natürlich wieder diverse Plugins die das ändern können, allen voran “Moreradios”. Schade trotzdem, dass ich lediglich Zugriff auf Offline-Musik habe, wo doch musikalische Web2.0-Services derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen.
Usability
Das Windows Mediacenter bietet sicherlich die in meinen Augen “hübscheste” (sprich grafisch aufwendigste), ausgereifteste und intuitivste Oberfläche aller derzeit verfügbaren Mediacenter-Software. Es ist spürbar, dass es sich hier nicht um den ersten Versuch von Microsoft handelt. Besonders Positiv finde ich die intuitive Steuerung und Navigation, die sich im gesamten Mediacenter treu bleibt und einfach auf einem großen TFT auch einen entsprechenden Effekt erzielt.
Das Blau wirkt edel und hochwertig, ändern kann man es jedoch nicht. Themes werden meines Wissens vom Mediacenter nicht unterstützt. Die zusätzlich verfügbaren Addins haben, wie bereits erwähnt, oftmals ein etwas anderes Design oder auch eine andere Navigation als das Grundgerüst des Mediacenters, so dass sie nie so richtig integriert wirken. Ich bewerte dies jetzt mal aufgrund gesehener Youtube-Videos und gelesener Forenbeiträge. Installiert habe ich nämlich keine Addins.
Quellenverwaltung und Bibliotheken
Die Quellenverwaltung des Windows Media Centers geht einher mit der Quellenverwaltung von Windows 7 allgemein. Diese ist eigentlich sehr unkompliziert. Verschiedenste Medien aus verschiedensten Verzeichnisen oder auch Netzwerkressourcen können hier gesammelt werden. Nur warum gibt es die Movie-Library im Mediacenter aber nicht im Mediaplayer? Naja ein paar Dinge müssen ja noch für die nächste Version zu verbessern sein.
Formate
Das Mediacenter unterstützt exakt so viele Formate wie der Media Player. Quasi alle codecs mit denen ich Windows füttere. Eingebaut ist anders als z.B. beim beliebten VLC-Player kein einziger Codec. Vorsicht ist lediglich bei x64-Versionen von Windows 7 geboten. Oftmals wird hier der 32-Bit Mediaplayer mit entsprechenden 32-Bit Codecs genutzt. Das Media Center ist in einem 64-Bit-Betriebssystem ebenfalls 64-Bit und benötigt 64-Bit-Codecs, die teilweise immernoch sehr schwer zu finden sind. Obacht also!
Punktwertung
| Bilder |     |
| Musik |     |
| Filme |    |
| Serien | |
| Fernsehen & Recording |      |
| Web Radio | |
| Usability |     |
| Quellenverwaltung und Bibliotheken |     |
| Formate |     |
Fazit
Zweimal gab es den Zonk in insgesamt 9 Kategorien. Das ist ein bisschen überraschend für den designierten Platzhirschen im Mediacenter-Segment. Dafür in den restlichen Kategorien nur einmal weniger als 4 Sterne. Das Windows Media Center tut einen soliden Dienst bei Bildern und Musik, einzig das mangelnde Einbinden von Internet-Services wäre ein Kritikpunkt, weswegen ich mal den 5. Stern verwehre. Von der Movie-Verwaltung bin ich aufgrund der “Frickeligkeit” ein wenig enttäuscht, vom Potenzial her ist da mehr als 3 Sterne drin. Die Stärke des Mediacenters ist das Schauen und Aufnehmen von Fernsehsendungen, genau die Funktion, die ich selbst nicht nutze. Die Punkte gibts trotzdem. 5 von 5, ich wüsste nicht, was ich mir da noch an großen Funktionen wünschen könnte, Kleinigkeiten sind kein Abzug wert. Die drei technischen Kategorien Usability, Quellen und Formate sind absolut souverän umgesetzt. Bei den Quellen und den Formaten profitiert das WMC davon, dass es eng mit dem Windows-Betriebssystem verdrahtet und natürlich auch nicht Plattformunabhängig ist. Für den Windows-User natürlich ein enormer Vorteil. Die Flexibilität bei den Formaten kann man positiv oder negativ auslegen, ich habe es mal als Vorteil gesehen, dass man sie beliebig installieren kann. Mit Ausnahme des Theme-Supports gibt es zuletzt an der Usablitiy nichts zu bemängeln.
Nach längerer Blog-Pause bedingt durch mangelnde Motivation widme ich mich heute mal dem Themenfeld Mediacenter-PCs. Und da das ganze etwas viel ist, mache ich das in mehreren Teilen und das ganze nennen wir aus PR-Gründen mal “Mediacenter Madness”.
Heute fangen wir mal mit den Anforderungen an Media-Center-Software an. Wie ich bestimmt schonmal irgendwo erwähnt habe, steht bei mir der PC ja direkt neben dem Fernseher und ist auch direkt mit diesem verkabelt, so dass man bei mir schon von einem sog. Wohnzimmer- oder Home-Theatre-PC (HTPC) sprechen kann. Und wo ich den schonmal da habe, möchte ich ihn natürlich auch von der Couch aus nutzen können. Wenn ich hier “nutzen” schreibe, ist das bewusst etwas allgemein gehalten, da es für jeden Couch-Nutzer natürlich unterschiedliche Anforderungen gibt. Für mich muss ein HTPC idealerweise folgende Grundfunktionalitäten auf der Software-Seite mitbringen:
- Anzeigen von Bildern. (Sortierung, Filterung, etc.)
- Wiedergabe von Musik (Alben, Playlists, etc.)
- Verwalten von Filmen
- Verwalten von Serien
- Live-Fernsehen
- Video-Recording-Funktionen
- Web-Radios
- Ganz Wichtig: Schickes Design und Couch-Usability
- Quellenverwaltung und Bibliotheken
- Formate
Habe ich etwas vergessen? Vermutlich schon, schließlich sind noch viele weitere “Widgets” denkbar, wie YouTube, Flickr, Messaging, last.fm, Wetter, Newsticker und viele weitere. Diese habe ich in meiner Aufstellung erstmal bewusst rausgelassen. Einige davon kann mein Fernseher bereits nativ, außerdem wollte ich mich mal auf die Kern-Funktionalitäten konzentrieren. Man sollte zudem meinen, die Funktionalitäten, die ich jetzt hier als Kern-Funktionalitäten aufliste, sind relativ trivial und in jeder Mediacenter-Lösung selbstverständlich… der Teufel steckt aber im Detail:
Bilder
Meine Bilder-Sammlung geht zurück bis ins Jahr 2001. Das sind inzwischen 9 Jahre mit Bildern. Einige Bilder von früheren Jahren haben natürlich keine Tags, Geotags oder People-Tags von einem korrekten Erstellungsdatum wollen wir erst garnicht reden. Sie sind in Ordner-Strukturen, die Alben entsprechen im File-System sortiert. Eine Bilderverwaltung müsste also schon:
- die Orderstruktur auch als Alben-Struktur erkennen
- sich nicht auf korrekte Tags oder Timestamps an den Bildern verlassen
- die Bilder nachträglich Taggen, bewerten oder kommentieren können
Musik
Meine Musiksammlung ist nicht ganz so chaotisch wie meine Fotos. Ich habe lediglich Alben und keine Singles. Alle Alben sind digital im mp3-Format vorhanden und alphabetisch in Verzeichnisse sortiert. Alle Songs haben korrekte id3-Tags und entsprechende Alben-Cover. Also um es kurz zu machen: die Datenlage ist gut. Von einer Musikverwaltung eines HTPC erwarte ich heutzutage natürlich mindestens soviel wie mein Mobiltelefon oder mein Ipod kann:
- Playlisten zusammenstellen (adhoc und permanent), löschen, modifizieren.
- Nach Stichworten suchen.
- Automatisch erstellte Playlists mit den Songs die ich oft höre.
- Eine grafische Oberfläche die meine mühsam zusammengesuchten/gescannten Albencover nutzt, wie z.B. Coverflow.
- Wenn mal Daten eines Albums nicht korrekt sind, schadet es auch nicht, wenn die fehlenden Daten aus dem Internet nachgeladen werden.
Filme
Jetzt wird es schwierig. Ich habe ja die verrückte Idee, dass ich niemals eine CD/DVD/Blu-Ray wechseln muss, um einen entsprechenden Film zu gucken. Entsprechend müsste die Filmverwaltung eines HTPC:
- mit großen Mengen Filmen klarkommen (z.B. kein ewiges scrollen, quicksearch, etc.)
- Filme anhand der DVD oder anhand des Datei- oder Verzeichnisnamens erkennen können
- abhängig vom korrekt erkannten Titel Cast, Laufzeit, Entstehungsjahr, DVD-Cover und kurzbeschreibung aus dem Internet nachladen
- eine Kategorisierung nach Genres oder nach festgelegten Kategorien bieten.
- eine grafische Übersicht bieten, die die bereits nachgeladenen Filmposter nutzt.
Serien
Das Verwalten von Serien ist für die vielen Serien-Fans da draußen natürlich eine absolute Grundfunktion. Es sollte meiner Meinung nach möglich sein
- nach Serie, Staffel und Episode zu gliedern.
- Serien anhand der eingelegten DVD oder anhand des Datei- oder Verzeichnisnamens erkennen.
- Episodenbeschreibungen zu hinterlegen oder auch wiederum aus dem Internet nachzuladen, ebenso Season-Cover oder ähnliches.
Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass es ein unterschied ist, ob Serien aus dem TV mitgeschnitten werden oder von der DVD gesichert werden. Oftmals ändert sich die Reihenfolge oder die Specials auf der DVD müssen berücksichtigt werden.
Fernsehen & Recording
Wenn man eh einen HTPC am Start hat, macht es natürlich keinen sinn für Digital-TV noch einen HD-Receiver oder ähnliches anzuschaffen. Eine Fernsehkarte mit CAM-Modul vorausgesetzt, bietet der HTPC viel mehr Möglichkeiten speziell was das Aufnehmen von Sendungen angeht.
- Das “pausieren” von Sendungen, wie beispielsweise auch von der Telekom propagiert, sollte mit der Software möglich sein
- Das programmieren von Aufnahmen aus dem Programmguide sollte möglich sein.
- Das entsprechende Verwalten der aufgenommenen Sendungen ggf. unter Filmen, Serien oder einer separaten Kategorie sollte möglich sein
Web-Radio
Bei mir persönlich haben sich Webradios schon lange gegenüber UKW-Radios durchgesetzt. Lediglich im Auto war ich noch auf diese angewiesen. Wenn ich zuhause also Radio hören will, ist das in der Regel aus dem Internet und da mein HTPC auch an meiner Dolby-Anlage angeschlossen ist, möchte ich den Sound schon darüber hören. Eine Webradio-Verwaltung sollte also folgende Funktionen mitbringen
- Favoriten
- Hinzufügen/Entfernen von Radios
- Aktueller Playlist (und falls die nicht vorhanden, gerne auch per Shazam o.Ä.)
Usability
Von Vorschau-Bildchen für Serien, Filme und Musik bzw. Filmplakaten oder Album-Cover habe ich ja bereits kurz gesprochen. Logos für Fernsehsender oder Radiosender gehören ebenso in diese Liste. Bei einer Home Theatre-Software möchte man sich natürlich nicht durch Listen klicken oder hässliche Menüs mit kleinen Schriftarten. Man möchte ein Navigations- und Design-konzept, dass von der Couch aus richtig Spass macht. Das klingt jetzt wenig präzise, aber es ist glaube ich klar, worauf ich hinaus will.
Quellenverwaltung und Bibliotheken
Mit Quellenverwaltung ist gemeint, dass Medien von mehreren Quellen im HTPC genutzt werden können. Diese können auf der lokalen Festplatte sein, dort ggf. auch verteilt auf verschiedenste Ordner. Sie können aber auch auf Netzwerkressourcen oder weiteren Rechnern liegen. Das Bibliotheken-Konzept von Windows7 kommt dem ganzen schon sehr nah, es müsste jedoch nicht für jedes Medium eine Bibliothek geben sondern für jeden Inhalt. So z.B. separate Bibliotheken für Serien, Filme und Homevideos, die ja eigentlich alle dem Medium “Film” zugehörig sind.
Formate
Es müssen alle gängigen Formate unterstützt werden. Ein lästiges Nachinstallieren von irgendwelchen Codecs sollte nicht nötig sein.
Das dürfte es soweit aus meiner Sicht erstmal sein. Sollte ich noch etwas elementares vergessen haben, bitte in den Comments ergänzen, ich versuche die Comments dann in den Fortsetzungen der Serie zu berücksichtigen. Im nächsten Teil oder bei Bedarf auch mehreren Teilen schauen wir uns mal die Lösungen auf dem Markt an und schauen, welche Anforderungen sie abdecken.
Wie bereits mehrfach angedeutet, habe ich mir im Dezember endlich meinen Flachbildfernseher gegönnt und hier ist dann auch endlich der Blogeintrag dazu. Wie der Titel verrät, ist es ein Samsung LE46B650.

Die 46 steht für 46 Zoll Bilddiagonale, das B bedeutet, dass es im Jahr 2009 gefertigt wurde und die 650 steht für das Segment. Je die 100-Stelle verrät ob es sich um ein Einsteigergerät handelt (niedrig) oder ein Profi-Gerät ist (hoch), ich habe mit 650 also die obere Mittelklasse gewählt. Lars hatte mir die Zusammenstellung der Produktbezeichnung mal erklärt, ich hoffe ich habe die richtig wiedergegeben, falls nicht, bitte korrigier mich, Lars! :-)

Ein bisschen Daten muss ich natürlich auch noch raushauen, da ist es mit einem schicken Foto nicht getan: Das Gerät hat wie bereits beschrieben 46 Zoll, das entspricht etwa 117cm, das ganze natürlich in Full-HD-Auflösung, also 1920x1080 Pixel. Insgesamt hat er 4 HDMI-Anschlüsse, von denen ich aber nur zwei in Benutzung habe, theoretisch könnte man auch per Komponente, SCART, VGA oder Composite Geräte anschließen, da HDMI allerdings die beste Qualität liefert, habe ich bei mir alles per HDMI angeschlossen, also die XBOX und meinen PC.
Dem Experten wird auffallen, dass ich garkeinen Receiver angeschlossen habe, obwohl ich Unitymedia digital-TV und SKY-Nutzer bin, das liegt daran, dass ein DVB-C Receiver im Fernseher integriert ist. Für diesen braucht man jedoch ein Entschlüsselungs-Modul (sog. CI-Modul), um die Kodierungen von SKY und UNITYMEDIA mit der entsprechenden Smartcard zu entschlüsseln. Ich habe das CI-Modul mit Smartcard mal eingekreist auf dem folgenden Bild.

Das gängigste CI-Modul ist wohl “Alphacrypt”, welches im Internet eigentlich auch relativ bekannt ist, bei meiner Bestellung im nächstgelegenen ATELCO-Laden, wurde ich dennoch 3x gefragt, was das denn ist und was es tut… das Ganze scheint also noch nicht ganz so üblich zu sein, dass man den internen DVB-C-Tuner des TFTs nutzt. Ich kanns bislang nur empfehlen, ist eigentlich sehr praktisch… man braucht halt kein lästiges Dritt-Gerät. Einen großen Nachteil möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verheimlichen. Bei SKY-Bundesligaübertragungen gibt es bei den üblichen Receivern die möglichkeit, per “Optionen” die Spiele, Perspektiven oder Audio-Spuren zu wechseln. Diese “Optionen” sind anscheinend nicht im vereinbarten Standard für die CI-Module enthalten, somit ist ein Umschalten nicht möglich. Ärgerlich…
Auf dem Bild oben sieht man außerdem ein eingestöpseltes Netzwerkkabel, das möchte ich auch kurz erklären. Der Fernseher bietet nämlich massenhaft coole Netzwerk- und Internetfunktionen. Allen voran ist er ein DLNA-Client, kann also auf Medien zugreifen, die im Netzwerk beispielsweise durch die Windows Media Library freigegeben sind. Er besitzt außerdem Yahoo-Widgets, z.B. für flickr-fotos, Youtube-Videos oder Wetter-Anzeigen. Ein besonders cooles Feature bietet er im Netzwerk für Rechner ab Windows Vista. Im Mediaplayer ist es über die “PlayTo”-Funktion nämlich möglich, den Fernseher auszuwählen und beliebige Medien auf den Fernseher zu schicken, der diese dann auch umgehend in HD mit Dolby-Sound wiedergibt. Sehr praktisch, ich nutze die Funktionen aber eher seltener, ich habe meinen stationären Rechner ja direkt per HDMI an den TFT angeschlossen und habe so alle Medien eh direkt auf dem TV.

Nachdem ich nun seit dem Auszug aus der Albinstraße alle Filme nur über den kleinen Bildschirm und die schrebbeligen Lautsprecher meines Laptops schauen konnte, ist die HD-Pracht und der wiedergewonnene 5.1-Sound natürlich absolut Gold wert. Bislang stehen mir HD-Inhalte allerdings nur über Streaming-Funktionen der XBOX zur Verfügung, da ich kein Bluray-Laufwerk habe… ich bin auch noch am überlegen, ob ich das eigentlich brauche, ich bin ja eh kein großer Fan von Datenträgerwechseln.
Wo ich die Xbox aber grade schon anspreche, muss ich natürlich noch ein bisschen weiterschwärmen. Die Xbox lebt inzwischen auch schon seit 2008 bei mir und erlebt grade ihren zweiten Frühling. Erst auf einem Flachbildfernseher in der Größe und mit einer gescheiten Auflösung machen viele Konsolenspiele wie FIFA 10 oder Project Gotham Racing 4 erst richtig Laune. Zuvor war FIFA auf dem alten Röhrenfernseher eigentlich mehr ein Pixelbrei (aber das gilt wohl für Sportübertragungen jeder Art). Die vermehrte Nutzung der Xbox macht sich auch auf meinem XBox-Gamertag bemerkbar, der ja auch im Blog verlinkt ist, ich habe meine Xbox Punkte von 85 im Dezember auf über 500 hochgeschraubt. Achtung, Suchtgefahr.

Damit sind wir auch schon beim einzig wirklichem Nachteil, der zumindest für mich sehr gefährlich ist: Man sitzt in der Freizeit tatsächlich nur noch vor dem Fernseher. Ich bin seitdem ich das Ding habe deutlich weniger in Frankfurt unterwegs und gehe auch deutlich seltener Joggen. Mal abwarten, ob das nur der Reiz des Neuen war.
Ansonsten kann ich den Samsung LE46B650 wirklich uneingeschränkt empfehlen. Die in Reviews üblichen Aussagen über Bildqualität, Schliere, gleichmäßige Ausleuchtung oder Lila-Stich kann ich an dieser Stelle wenn dann nur sehr unqualifiziert treffen. Es handelt sich hierbei ja um meinen ersten Flachbildfernseher und ich habe bislang eine exzellente Bildqualität wahrgenommen, auch bei DVDs oder normalem Fernsehprogramm. Ich konnte selbst bei Action-Sequenzen keine Schliere wahrnehmen und konnte weder ungleichmäßig ausgeleuchtete Stellen oder einen Lilastich erkennen. Vielleicht bin ich da aber auch einfach nicht kritisch genug für ;-)
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