Köthi vs. USA 2011 – Day 21
Der Wecker klingelt um 3:10. Eigentlich ein Unding, so früh aufzustehen, aber wir wollen ja nicht noch einen Flug verpassen. Also aus dem Bett gequält, geschlafen haben wir aufgrund ständig kommen und gehenden Gästen und einer Lampe mit Flutlichtstrahlung direkt vor unserer Tür eh nicht richtig gut. Praktischerweise fährt durchgehend in der Nacht ein Shuttle vom Hotel direkt zum Flughafen, und wir wollen auf jeden Fall früh genug da sein. Noch halb träumend bringt uns der freundlche Fahrer direkt bis zu den Schaltern der Fluggesellschaft.

Wir schnappen uns unsere Koffer und ckecken erstmal am self-check-in-Automaten ein, vorher kann man nämlich nicht sein Gepäck aufgeben, wie uns der unfreundliche, muffelige Mitarbeiter der Fluglinie erklärt, der die ganze Zeit damit beschäftigt zu sein scheint, Leute anzuraunzen und Absperrbänder samt Metallhalter durch die Gegend zu schlüren und neuzuordnen. Am Automaten sucht uns der Shuttlefahrer nochmal auf und fragt, ob alles in Ordnung sei und wir alles an Gepäck bei uns hätten. Mit freundlichem Nicken und Yes, Yes- Sagen lassen wir ihn dann ziehen, anstatt mal unser Gepäck nachzuzählen. So fällt uns erst nach der Gepäckaufgabe und längst nachdem der Fahrer wieder weg ist auf, dass wir unsere Kamera nicht dabei habe. MIST! Deltaflüge und Kameras scheinen uns kein Glück zu bringen in diesem Urlaub. Also erstmal ausgiebig geflucht und dann das Hotel angerufen. Die schicken uns den netten Fahrer samt Kamera auch mit dem 5-Uhr-Shuttle vorbei, auf das wir dann ungeduldig warten. Immerhin haben wir unser Gepäck schon weg und die Boarding Pässe bereits in der Hand, so dass wir endlich mit Kamera durch den Sicherheitscheck können. Der dauert dann angenehmerweise auch nur gefühlte zwei Minuten und wir können noch ein kleines Frühstück kaufen; nachdem wir ja auf dem Hinflug schon den spartanischen Service von Delta genießen durften, sind wir auf Selbstversorgung umgestiegen.

Der Flug dauert übrigens eine Stunde weniger als auf dem Hinflug, vielleicht weil wir entgegen der Erddrehung fliegen. Während ich den Großteil des Fluges vor mich hinschlafe, bemerkt Marcus, dass wir über Frankfort fliegen. In Kentucky. Sollte sich mal als Partnerstadt der deutschen Version bewerben. Als Snack hatten wir übrigens Pretzels, und nein, sie fallen mir nicht in Tüten aus der Nase.

Gegen halb drei Ortszeit landen wir dann ausgesprochen sanft in JFK, sammeln unser Gepäck ein und machen uns auf die gefühlte Weltreise zu unserem Hotel, dem Broadway Hotel und Hostel, welches sich lediglich 5 Straßen unterhalb unserer ersten Unterkunft befindet, also ebenfalls upper westside. Die Fahrt mit Airtrain und Subway dauert dann auch gut eineinhalb Stunden. Seufz.

Dafür ist das Zimmer schön, trotz Klo und Dusche auf dem Gang und bietet einen netten Ausblick auf den Broadway. Unsere Zimmernachbarn entpuppen sich dann auch, welch Zufall, als deutsche Mädelsgruppe. Als hätten wir im Laufe des Urlaubs nicht auch sonst massenhaft Deutsche getroffen.

Kurz ausgeruht, begeben wir uns dann auf die Suche nach einem Abendessen. Hierbei befolgen wir einen Tipp, geradezu eine Bitte von Woscht, dem an dieser Stelle schonmal gedankt sei. Es geht zum Burgerschuppen “Shake Shack”. Dieser bietet superfrisch zubereitetes Fastfood an und ist leicht Öko bzw alternativ angehaucht (frischgepresste Limonade, Ököstrom, Nachtisch, mit dem man das Kinderprogramm des Natural Museum of History unterstützt etc). Die gewählte Filiale befindet sich dann auch direkt hinter dem erwähnten Museum, welches praktischerweise fußläufig (20 Blocks) erreichbar ist. Es gibt aber auch Filialen im Theather District und am Madison Square Garden, sowie beim Metropolitan Museum.

Der Laden ist sehr gut gefüllt, doch die Bestellung geht relativ fix: ein Double Shake Shack Burger mit Cheesefries für Marcus und einen Cheeseburger mit normalen Fries für mich, sowie eine Limonade für uns beide. Ein wenig müssen wir auf das Essen dann warten, wobei wir das rege Treiben in der gut einsehbaren Küche beobachten können. Schonmal ein gutes Zeichen, wenn man direkt in die Küche gucken kann.

Links unten übrigens die Übersicht über die Speisekarte, namnamnam. Gegessen wird dann auf einer Parkbank vor dem Museum, wo wir das abendliche Leben auf der Straße beobachten. Die Burger sind übrigens der HAMMER! Mit richtigem Salat (also nicht Eisbergschnipsel), frischer Tomate und richtig saftigem Hack. Da esse sogar ich GERNE Rind. Auch die Fries sind köstlich. Wir sind begeistert.


Satt und zufrieden machen wir uns auf den Heimweg, der sich perfekt als Verdauungsspaziergang anbietet. Unterwegs kommen wir an einem Buchladen vorbei, in dem wir noch ein bisschen Stöbern. Bei dem Bild von mir kommt mir als Titel auch nur ein Wort in den Sinn: “Ui”. Und auch wenn es so aussieht, ich musste nicht auf Toilette
.

Relativ kaputt kommen wir wieder im Hotel an, schauen noch ein bisschen fern zur Zerstreuung und schlafen dann schnell ein. Sind immerhin schon seit drei Uhr auf den Beinen.